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Inhaltsübersicht | |

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Trigger sind Auslöser, nicht Ursache | |
Trigger werden im Umfeld der Migräne nicht als deren Ursache, sondern als die Auslöser einzelner Migräneanfälle verstanden. Reagiert ein Patient z. B. sehr stark auf Wettereinflüsse und bekommt etwa bei Aufzug eines Sturmtiefs eine Migräne, dann gilt der plötzliche Luftdruckeinbruch als Trigger.
Migränepatienten werden deshalb meist aufgefordert ein Kopfschmerztagebuch (Kopfschmerzkalender) zu führen, in der Hoffnung, einzelne Trigger zu isolieren, die in der Folge dann gemieden werden sollten.
Typische Kopfschmerzkalender, wie sie im Internet heruntergeladen werden können, sind die folgenden: Daneben gibt es auch Kopfschmerzkalender, die direkt online im Internet gepflegt werden können: Noch leistungsfähiger bzgl. den Optionen und Auswertungsmöglichkeiten ist der Trigger-Kalender von migraeneinformation.de, da der Zeitraum, in welchem die Auslöser als Trigger zugelassen werden, frei gewählt werden kann.
Leider funktioniert die Triggeranalyse via Kopfschmerzkalender häufig nicht.
Hier soll keineswegs suggeriert werden, dass eine gezielte Trigger-Suche grundsätzlich keinen Sinn macht. Es ist im Einzelfall durchaus denkbar, dass ein Migräne-Betroffener sehr stark auf bestimmte Reize reagiert (z. B. einen bestimmten Lebensmittelzusatz). In diesem Fall handelt es sich aber bei diesem Trigger weniger um einen Auslöser als um die wirkliche Ursache.
Denn angenommen, eine Person reagiert schockartig auf den Lebensmittelzusatz Natriumglutamat mit schweren Migräneattacken. Dann macht es keinen Sinn, in diesem Fall von einer Grunderkrankung Migräne auszugehen, deren Attacken durch Natriumglutamat lediglich getriggert werden. Stattdessen lautet die richtige Diagnose: Unverträglichkeit von Natriumglutamat, Symptome: Schwere Migräneattacken.
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Trigger wirken zufällig, nicht kausal | |
In den meisten Fällen wird sich aber sehr schnell eine sehr lange Trigger-Liste herauskristallisieren und spätestens dann wird man dem Thema nicht mehr gerecht. Hinzu kommt dass einige Auslöser (z. B. Unterzuckerung, aber auch Gluten) nicht wirklich kausal als Auslöser fungieren. Wer unter Hypoglykämie oder Zöliakie leidet, der hat ein Grundleiden mit eigenen Regeln. Wem etwa nicht bekannt ist, dass er eine Gluten-Unverträglichkeit besitzt, der wird dies durch das Führen eines Kopfschmerz- oder Bauchweh-Tagebuchs schwerlich herausfinden können, zu unspezifisch und scheinbar zufällig ist die Reaktion des Körpers. Denn alle Krankheitszustände (von der Grippe bis zur Migräne) haben die Eigenschaft, sich bei zusätzlichem Stress zu verschlechtern. Und es ist kaum möglich, die verschiedenen Stresskomponenten - von einem ärgerlichen Telefongespräch über das Wetter bis hin zur aufgenommenen oder auch nicht aufgenommenen Nahrung in ihrer Bedeutung ausreichend zu würdigen.
Menschen mit einem Grundleiden reagieren deshalb bzgl. einer Krankheitssymptomatik nicht zwangsläufig kausal, frei nach dem Motto: Morgens Käse gegessen - abends Migräne.
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Trigger können die Ursache verschleiern | |
Bei der ganzen Diskussion um die sog. Migränetrigger wird allerdings den Patienten etwas ganz anderes suggeriert - und das könnte sich im Umfeld der Migräne als schwerer Fehler erweisen:
Sie leiden unter Migräne und Ihre einzelnen Migräneanfälle werden durch Trigger ausgelöst, die Sie nach Möglichkeit meiden sollten. Ansonsten sind Sie kerngesund.
Die wenigsten Migränepatienten leiden nur unter Migräne. Bei vielen anderen zeigen sich bald weitere Erkrankungen wie rheumatische Beschwerden, Nervosität, Panikattacken, Allergien, scheinbare Schilddrüsenprobleme, Übergewicht, Untergewicht, Menstruationsbeschwerden, Magen/Darmprobleme usw.. Deswegen ist viel eher anzunehmen: Ein Migränekranker ist schwer krank. Die körperliche und seelische Verfassung ist so schlecht, dass die Person sich ständig im Grenzbereich bewegt. In diesem Zustand können dann auch kleinere Zusatzbelastungen fatale Folgen haben. Am Ende ist man soweit, dass sogar eine einfache Banane oder ein Wetterwechsel zum Anfall und damit zum Zusammenbruch führen.
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Donnerstag, 09. September 2010 |

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