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Inhaltsübersicht



Wolfgang Lutz: Leben ohne Brot

Ulrike Gonder: Fett! Unterhaltsames und Informatives über fette Lügen und mehrfach ungesättigte Versprechungen

Rodolfo Low: Migraine - The Breakthrough Study That Explains What Causes It and How It Can Be Completely Prevented Through Diet

Hartmud Göbel: Kursbuch Migräne

Loren Cordain: Das Getreide - zweischneidiges Schwert der Menschheit


Wolfgang Lutz: Leben ohne Brot

cover

Bei dem Buch von Wolfgang Lutz handelt es sich nicht um irgendein Gesundheitsbuch, sondern um ein fundamentales Werk eines engagierten Mediziners.

Wer an irgendeiner chronischen Krankheit leidet, die weder er/sie noch die behandelnden Ärzte erklären oder in den Griff bekommen können, und der wünscht, ein würdevolleres Leben ohne ständigen Tablettenkonsum zu führen, der sollte zunächst einmal dieses Buch lesen.

Das gleiche gilt für Menschen, die sich mit kohlenhydratarmen Diäten (Low Carb) wie Atkins, Southbeach oder LOGI beschäftigen und die wissen möchten, warum solche Diäten wirken und gesund sind und wie man überhaupt darauf gekommen ist: Wolfgang Lutz ist bezüglich Low Carb ungefähr das, was Sigmund Freud für die Psychoanalyse war.

Das Beeindruckende an diesem Buch sind sowohl die praktischen Ergebnisse als auch die schlüssigen theoretischen Überlegungen (z. B. die 2-Komponenten-Theorie des Autors zum Hormonsystem) die hierbei vorgebracht werden. Ferner decken sich seine Aussagen mit aktuellen anthropologischen Forschungsergebnissen, die andeuten, dass Fleischkonsum und Jagdstrategien die Trigger zum Wachstum des menschlichen Gehirns waren und dass unser Organismus an diese Ernährungsform optimal angepasst ist.

Wolfgang Lutz hat tausende Patienten mit seiner kohlenhydratarmen Diät behandelt und ist sich dabei stets der Verantwortung als Arzt bewusst geblieben. Unterstützende Medikamente und in aussichtslosen Fällen selbst Operationen gehören zu seinen Behandlungsmethoden. Bei diesem Arzt handelt es sich also nicht um einen exotischen Heilsverkünder sondern um einen klassischen Schulmediziner mit herausragender Kompetenz.

Gut gewählt scheint auch der etwas provokante Titel zu sein, macht er doch gleich klar worum es dem Autor geht: Dass das Problem nämlich überhaupt nicht nur Zucker oder Weißmehl sind sondern die Kohlenhydrate insgesamt.

Es bleibt ein Rätsel, wie es gelingen konnte, dass solch fundamentale, gut begründete und praktisch nachvollziehbare Erkenntnisse seitens der Medizin und Ernährungswissenschaft jahrzehntelang ignoriert werden konnten.

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Ulrike Gonder: Fett! Unterhaltsames und Informatives über fette Lügen und mehrfach ungesättigte Versprechungen

cover

Ein hochinteressantes und sehr kurzweiliges Buch, was gründlich mit der Fetttheorie der letzten 30 Jahre aufräumt. Allein schon der Buchtitel ist auf sehr gelungene Weise witzig und treffend zugleich.

Ulrike Gonder liefert unzählige Fakten auch über die Wertigkeit bestimmter Fettsäuren und räumt restlos mit dem Märchen auf, gesättigte Fettsäuren würden in die Krankheit führen. Das kommt teilweise alles so federleicht und ironisch daher, dass man stellenweise sogar den Ärger darüber vergisst, wie viele Menschen durch falsche Empfehlungen und dem eigenen Bemühen, es richtig zu machen, ein reduziertes Leben führen mussten.

Das Buch ist aber noch in einem ganz anderen Punkt wichtig: Es liefert unschätzbare Informationen über

  • die Entstehung des Menschen,
  • sein wachsendes Gehirnvolumen,
  • die gleichfalls drastisch wachsenden Energieanforderungen des Gehirns im Vergleich zum Rest des Körpers,
  • anthropologische Funde zur Ernährung des Menschen in der Steinzeit und
  • Ernährungsweisen noch heute existierender Naturvölker.

Allein diese Informationen, die immer wichtiger werden, um zu verstehen wo wir herkommen, wer wir sind und was wir benötigen, sind so konzentriert in kaum einem anderen Buch zum Thema zu finden. Allein schon aus diesem Grund sollte das Buch von jedem gelesen werden, der sich mit gesunder Ernährung oder der Verbesserung der eigenen Gesundheit beschäftigen möchte.

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Rodolfo Low: Migraine - The Breakthrough Study That Explains What Causes It and How It Can Be Completely Prevented Through Diet

cover

Was sollen wir dazu sagen? Das Buch ist aus 1987, und dennoch begründet der Biochemiker Professor Rodolfo Low die Ursache der Migräne auf praktisch identische Weise wie dies www.migraeneinformation.de tut: Häufiger Genuss von Zucker führt bei entsprechend dispositionierten Personen zu häufigen Unterzuckerungen, diese veranlassen eine Stressreaktion und damit die Ausschüttung sog. Katecholamine wie Adrenalin und Noradrenalin, diese stimulieren COX-2 und darüber die Produktion von gefäßwirksamen Schmerz- und Entzündungsbotenstoffe - den zu den Eicosanoid-Hormonen zählenden Prostaglandinen - und damit nimmt die Migräne ihren Lauf.

Rodolfo Low legt für seine Hypothese eine Fülle von Belegen vor und ergänzt sie um praktische Erfahrungen.

Die einzigen Mankos:

  • Die Argumentation erfolgt zu stark über den Zucker, anstatt die Kohlenhydrate gesamthaft zu betrachten.
  • Seine Empfehlungen bestehen aus einer kohlenhydratreichen (!) Diät mit regelmäßigen Mahlzeiten, Maßnahmen die für manchen Migräniker sinnvoll sein können, für die Mehrheit vermutlich nicht und die - wie auch der Schreiber des Vorworts F. W. Pullen durchblicken lässt - den üblichen Empfehlungen zur Überwindung chronischer Hypoglykämien widersprechen.

Auch hier stellt sich - ähnlich wie bei Wolfgang Lutz - die Frage, warum wurde diese seriöse Abhandlung seitens der Medizin ignoriert? Die Antwort ist vermutlich so einfach wie desillusionierend: Die Medizin ist kaum an Erkenntnissen interessiert, die sich nicht im Rahmen ihres Betriebes kommerzialisieren lassen.

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Hartmud Göbel: Kursbuch Migräne

cover

Das Buch eines der bekanntesten deutschen Migräneexperten und Leiters der Schmerzklinik Kiel enthält praktisch alles, was Stand der heutigen Migräneforschung ist. Wohltuend an diesem Buch ist, dass es ein Patientenbuch ist und nicht durch wissenschaftliche Floskeln zu verwirren versucht sondern stattdessen mit einfacher, klarer Sprache glänzt.

Sehr ausführlich werden die verschiedenen Medikamentengruppen (insbesondere alle Triptane mit ihren unterschiedlichen Wirkungen und Besonderheiten), aber auch Medikamente zur Migräneprophylaxe mit genauer Beschreibung, unter welchen Bedingungen welches Medikament anzuraten oder eher kontraindiziert ist, erläutert. Dies klärt auf und kann eine wesentliche Stütze beim nächsten Arztbesuch sein.

Eine Schwäche des Buches liegt möglicherweise im Ursachenteil. Denn das Buch weist sehr wohl auf die geradezu epidemische Ausbreitung der Migräne hin, versucht aber nicht zu erläutern, woran das liegen könnte. So schreibt Hartmut Göbel zur Ursache der Migräne: "Diese besondere Empfindlichkeit ist bisher durch keine Therapie 'wegzuzaubern', genauso wenig, wie man seine Hautfarbe ändern kann." Leider wird damit nicht erklärt, warum etwa 7-jährige Schulkinder in Turku/Finnland gemäß einer auch von Hartmut Göbel zitierten Untersuchung zunehmend ihre "braune" Hautfarbe verlieren und immer "weißer" werden.

Denn Menschen benötigen neben Ratschlägen, was sie konkret bei ihrer eigenen Migräne machen können, auch Entscheidungshilfen, um z. B. ihre Kinder vor dieser Krankheit zu schützen. Und dazu benötigen Sie Aussagen, ob die zunehmende Ausbreitung der Migräne selbst unter Kindern etwa an der fehlenden Bewegung, am Fernsehen, an den Handies, am Schulstress, am Wetter, an den Autoabgasen, am Zigarettenqualm, an Zusatz- oder Giftstoffen in der Nahrung, am Fleischkonsum, an der Schokolade oder am geradezu ins Absurde angestiegenen Kohlenhydratkonsum liegen kann.

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Loren Cordain: Das Getreide - zweischneidiges Schwert der Menschheit

cover

Auch wenn das Wort Migräne in diesem hervorragenden Buch von Loren Cordain nicht vorkommt, sollte es Pflichtlektüre für jeden Migräniker oder an sonstigen chronischen Krankheiten leidenden Menschen sein. Seiner Bedeutung entsprechend enthält es Vorwörter sowohl von Dr. Wolfgang Lutz als auch von Dr. Nicolai Worm.

Loren Cordain weist überzeugend nach, dass der Übergang von Jäger/Sammler zu Ackerbau und Viehzucht und damit zum heute üblichen hohen Getreidekonsum maßgeblich verantwortlich ist für viele kulturelle Leistungen der Menschheit, allerdings auch die Grundlage für viele Krankheiten und insbesondere unsere heutigen Zivilisationsseuchen ist.

Eine wesentliche Rolle spielen dabei

  • durch Getreide ausgelöste Vitamin- und Nährstoffmängel,
  • die im Getreide enthaltenen Omega-6-Fettsäuren, die massive Änderungen im Fettstoffwechsel verursachen,
  • Abwehrproteine (Antinutritiva), mit denen sich die Pflanzen schützen und die auch im Menschen schwere gesundheitliche Schäden bis hin zu Autoimmun-Erkrankungen auslösen können.

Von besonderem Interesse sind die anthropologischen Ausführungen von Loren Cordain, die zeigen, wie der Mensch vor 5.000 bis 10.000 Jahren aus Not zum Getreide kam. Biologisch gesehen handelt es sich beim Getreide folglich um ein ganz neues Grundnahrungsmittel, für das es "erhebliche genetische Dissonanzen" gibt und wodurch sich allein schon viele sog. genetische Dispositionen unserer heutigen Zivilisationserkrankungen erklären lassen.

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